Kommunikationsspiel 3 – Das Vertrauensspiel

Ohne Leine und mit viel Tempo und Temperament ins nächste Kommunikationsspiel

Beim dritten der sieben Kommunikationsspiele wird ohne Leine gearbeitet. Es ist ein tempo- und variantenreiches Spiel zwischen Mensch und Hund. Das Team trainiert im harmonischen Miteinander den korrekten Anschluss. Der Hund soll sich in der Freifolge präzise nach dem Hundeführer ausrichten. Durch den Einsatz eines geeigneten Motivationsgegenstandes kann der Hund in eine optimale Trieblage gebracht werden. Er passt sich den Bewegungen seines Hundeführers gleichmäßig an, belästigt ihn dabei nicht und springt ihn auch nicht an. Wendungen können genau eingearbeitet und aufeinander abgestimmt werden. Das Vertrauensspiel ist eine sinnvolle Beschäftigungsart, die beiden Spaß macht, zumindest dann, wenn der Hundeführer eine gute Grundkondition mitbringt.

 

Aufmerksamkeit
 Die korrekte Ausführung des Spiels

Im korrekten Ablauf des dritten Kommunikationsspiels wird der Hund aus der Freiablage abgeholt. Der Hundeführer geht mit schnellem Schritt auf den Hund zu und bleibt sechs Meter vor ihm fünf Sekunden lang ruhig stehen. Dann geht der Hundeführer zum Hund in die Grundstellung, seine Körperhaltung ist aufrecht und sein Blick nach vorne gerichtet. Den Boudin (Beißwurst) hält er an die rechte Schulter erstellt, nimmt den Hund ins „Sitz“ und baut Spannung auf, indem er tief einatmet. Das linke Führbein hält leichten Kontakt zur Flanke des Hundes. Auch im Ablauf des dritten Kommunikationsspiels gilt das Prinzip, zwischen jeder Handlung fünf Sekunden zu warten, damit der Hund die Spannung und seine positive Erwartungshaltung immer wieder neu aufbauen kann. Das Spiel beginnt im flotten Laufschritt. Nach zehn Metern geht der Hundeführer für weitere zwanzig Schritte in ein normales Tempo über. In dieser Vorwärtsbewegung hält er kurz mit dem rechten Bein inne und bewegt sich dann mit gleicher Blickrichtung und Geschwindigkeit im Laufschritt rückwärts. Der Hund dreht sich dabei nach rechts und folgt der Bewegung nun in Frontposition. Nach zehn Metern dreht sich der Hundeführer nach rechts zum Hund ein und marschiert – mit ihm an seiner linken Seite – in zügigem Tempo direkt in das Laufschema der Achterschlaufe. Die Linkskurve des Schemas wirkt bindend, die Rechtskurve treibend. In diesem Teil des Kommunikationsspiels kann auch auf Futter als Motivationshilfe gewechselt werden – der Ablauf des Spiels darf dadurch jedoch nicht gestört werden. Die Acht wird einmal gelaufen, bevor der Hundeführer auf dem Schnittpunkt der beiden Kurven stehen bleibt. Ohne zusätzliches Kommando setzt sich der Hund sofort in die korrekte Grundposition. Während des ganzen Ablaufes hat er sich freudig auf den Hundeführer und das Spiel zu konzentrieren und sich von keinerlei Außeneinflüssen ablenken zu lassen. Wenn mit einer Triebhilfe gearbeitet wird, erfolgt jetzt die direkte Bestätigung: Mit ausgestrecktem rechten Arm hält der Hundeführer den Gegenstand fest und baut Spannung auf. Der Hund darf ihn auf Kommando nehmen, und es beginnt ein ausgelassenes Spiel mit der Beute, das mit dem Kommando „Platz“ beendet wird. Der Hund legt sich schnell hin, lässt die Beute fallen und sucht sofort wieder den Blickkontakt zum Hundeführer. Nach der üblichen Wartezeit von fünf Sekunden wird der Gegenstand aufgenommen und wieder an die rechte Schulter erstellt. Der Hundeführer stellt sich sodann neben seinen Hund, kommandiert ihn in die korrekte Grundstellung und beendet die Arbeit.

 

Spannung aufbauen
Fantasievoller Aufbau

Der Aufbau des dritten Kommunikationsspiels kann sehr vielfältig gestaltet werden. Mit verschiedenen Laufschemen, Richtungs- und Tempoänderungen bleibt es für den Hund stets abwechslungsreich und interessant. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die Trieblage des Hundes und damit auch seine Konzentration und Spannung können auf hohem Niveau gehalten werden. Er lernt, sich auf den Hundeführer und dessen Bewegungen zu konzentrieren, vergisst dabei die Umgebung und lässt sich durch nichts ablenken.

 

Anschluss optimieren
Voraussetzungen für das Vertrauensspiel

Ruhiges Sitzen, korrektes Ausführen des ersten und zweiten Kommunikationsspiels, Freiablage ohne Sicht zum Hundeführer während mindestens fünfzehn Minuten, Halten der Spannung und des Blickkontaktes in der Grundposition für eine Minute, gute Grundkondition des Hundeführers, Optimierung des Beutetriebs … die Liste der Voraussetzungen ist lang und erhebt dennoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Schnell wird klar, dass das dritte Kommunikationsspiel auf einer soliden Trainingsbasis aufbaut. Spätestens bei diesem Spiel kommen die Fehler und Lücken, die der Hundeführer bisher übersehen hat, zum Vorschein. So kann es sein, dass er die vorausgehenden Kommunikationsspiele vertiefen und in Ruhe, Schritt für Schritt, bestehende Fehlerquellen beheben muss. Will man in der Hundeausbildung Erfolg haben, ist es wichtig, jedem einzelnen Baustein, der systematisch auf dem vorherigen aufbaut, solange die nötige Aufmerksamkeit zu schenken, bis eine korrekte Ausführung selbstverständlich und nicht mehr dem Zufall überlassen ist. Nur so fügen sich am Ende die einzelnen Mosaiksteine zu einem perfekten Gesamtbild zusammen.

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