Schneeschuhwandern mit Hund

Ein alternatives Auslastungsmodell mit viel Spaß

Schneeschuhe sind ein sehr altes Fortbewegungsmittel. Früher haben vor allem Jäger Schneeschuhe getragen, und in dem einen oder anderen Heimatmuseum ist so ein „gutes altes Stück“ auch noch zu bewundern. Mit Schneeschuhen und Stöcken kann mühelos durch nicht gespurtes Gelände oder frisch verschneite Waldwege gestapft werden. Hierzulande ist gerade in den letzten Jahren ein wahrer Schneeschuh-Boom zu verzeichnen. Noch vor gut 20 Jahren wurden potenzielle Käufer auf die Frage nach Schneeschuhen in Sportgeschäften verständnislos angeschaut. Heute sind Schneeschuhe in allen größeren Geschäften in den verschiedensten Ausführungen zu kaufen. Je nach Ausstattung der Schneeschuhe sind auch Anstiege, vergleichbar mit denen auf Tourenskiern, möglich. Ob für gemütliche Wanderungen oder Schneeschuh-Walking, ob für Schneeschuhläufe oder Bergtouren, es gibt für alle Verwendungszwecke die passende Ausrüstung.

Schneeschuhwandern ist nahezu immer möglich und braucht vor allem keine großen Vorkenntnisse. Es ist ein Familiensport – bereits für Kinder werden Schneeschuhe zum Kauf angeboten. Da eine Verletzungsgefahr sehr gering ist, können auch Senioren dieses eindrucksvolle Naturerlebnis genießen.

Die richtige Ausrüstung ist wichtig

Je besser das Equipment, desto mehr Spaß macht das Schneeschuhwandern. Bei blauem Himmel und Sonnenschein dann zusammen mit seinem Hund durch frischen Pulverschnee zu laufen, kommt dem Erleben eines Wintermärchens gleich.

Wer nur kleinere Touren in lawinensicherem Gelände mit Schneeschuhen gehen möchte, sollte folgendermaßen ausgerüstet sein:
– Schneeschuhe
– feste und warme Schuhe, knöchelhoch, können auch feste Wanderschuhe, müssen nicht unbedingt spezielle Winterschuhe sein (abhängig davon, wie schnell der Tourengeher an den Füßen friert)
– wasserdichte Hose, zumindest wasserabweisend, am besten eine spezielle Tourenhose. Skihosen eignen sich eher weniger, da sie zu warm sind – beim Schneeschuhwandern wird sich in der Regel mehr bewegt als beim klassischen Pistenskifahren.
– Je nachdem wie sportlich der Wanderer unterwegs ist, braucht er ein kurzes und eventuell noch ein langes Hemd darüber sowie eine Softshelljacke als Wind- und Kälteschutz.
– Handschuhe
– Mütze
– Sonnenbrille, Sonnenschutz
– Stöcke

Alpin erfahrene Berggeher, die sich mit den Wintergefahren im Gelände auskennen (Lawinen!), verwenden Schneeschuhe oft auch gerne im freien Gelände, führen dann aber stets eine entsprechende weitere Ausrüstung mit sich: LVS-Gerät (Lawinenverschüttetensuchgerät), Lawinenschaufel und Sonde. Sie empfehlen, nicht allein ins Gelände zu gehen, um unter Umständen helfen zu können.

Wie der Mensch, so braucht auch der Hund eine Sonnenbrille, die im Fachhandel in verschiedenen Ausführungen gekauft werden kann. Darüber hinaus sollte für den Hund je nach Tourenlänge etwas Hundefutter, frisches Wasser, ein Brustgeschirr und eine Decke zum Ruhen mitgenommen werden.

Die richtigen Schneeschuhe

Es gibt verschiedene Hersteller von Schneeschuhen in Europa. Zu den großen und bekannten zählt die Firma Tubbs, die seit Winter 2010/2011 eine Produktneuerung auf den Markt gebracht hat: Neben der bewährten Serie mit robustem Alurahmen, der sich zu einem fixen Erkennungsmerkmal entwickelt hat, gibt es nun, basierend auf einer innovativen Flex Trail-Schneeschuhtechnologie, eine sogenannte Flex-Serie mit Damen- und Herrenschneeschuhen aus Kunststoff, die ein ergonomisches Abrollen von der Ferse bis zum Fußballen ermöglichen. Im Vergleich zu den Schneeschuhen mit Alurahmen bietet der Plastikschneeschuh zusätzlichen seitlichen Halt durch weitere „Eiskrallen“, die vor allem in eisigem und steilem Gelände sehr hilfreich sind.

Gefahren beim Schneeschuhwandern

Im Vergleich zu klassischen Skitouren ist das Verletzungs- und Unfallrisiko beim Schneeschuhwandern sehr gering. Die Hauptgefahr (in Bergregionen) liegt in der Fehleinschätzung der aktuellen Lawinenlage. Vor anspruchsvollen Schneeschuhtouren sollten deshalb die grundlegenden Gegebenheiten wie Hangexposition und Geländestruktur mittels Winterführer und Karte studiert und zusätzlich stets der aktuelle Lawinenlagebericht geprüft werden.
Weitere Gefahrenmomente stellen Kälte und verkürzte Tageszeit dar. Eine gute Kleidung, ausreichend Proviant und eine sinnvolle Ausrüstung (unter anderem mit Stirnlampe und Rettungsdecke) verringern die Risiken.
Wer seine Schneeschuhtour gut plant und sich in sicherem Gelände bewegt (Steilhänge und Rinnen sollten vermieden werden), kann nahezu alle Gefahren auf ein Minimum reduzieren.

Eine besonders anspruchsvolle Schneeschuhtour (beispielsweise im alpinen Steilgelände) erfordert meistens eine zusätzliche Ausrüstung. Je nach Gefahrenpotenzial können etwa Lawinenschaufel, Lawinensonde, Suchgerät (LVS), Anseilmaterial, Steigeisen und Eispickel notwendig sein.

Kondition beim Schneeschuhwandern

Grundsätzlich ist das Laufen mit Schneeschuhen anstrengender als eine vergleichbare Wanderung im Sommer. Gute Schneeschuhe (mit viel Grip [Bodenhaftung] an Steigungen und Gleitfähigkeit in der Ebene) stellen jedoch beim Gehen eine große Entlastung dar. Wer etwa im Sommer 600 Höhenmeter ohne größere Anstrengung ersteigen kann, der sollte diese Höhendifferenz auch mit Schneeschuhen problemlos meistern können. Wichtig ist stets, Zeitreserven einzuplanen und eine Stirnlampe mit sich zu führen!

Tipp: Jeder Läufer sollte seine Kondition zunächst bei leichten Schneeschuhwanderungen testen.

Orientierung im Winter

Während im Sommer rote Farbtupfen an Bäumen und Steinen den richtigen Weg weisen, sind im Winter keine Markierungen sichtbar. Oftmals kann nur anhand einer Waldschneise der (unter dem Schnee versteckte) Pfad ausgemacht werden.

Wer sein Ziel (und auch den Rückweg) finden will, sollte eine Wanderkarte mit sinnvollen Maßstäben zwischen 1:25.000 und 1:50.000 bei sich haben. Und auf keinen Fall sollte ein Kompass vergessen werden, denn wenn eine Karte nicht eingenordet werden kann, ist sie gerade in einer unbekannten Schneelandschaft nur stark eingeschränkt von Nutzen. Einfach einer fremden Spur zu folgen, kann sehr gefährlich sein, denn oftmals endet sie an einem unbekannten Ort oder führt in schwieriges Gelände. Ein „Verlaufen“ bzw. „Verirren“ kostet viel Zeit und Kraft. Da es im Winter schnell dunkel wird, sollte stets an eine Stirnlampe gedacht werden.
Auch ein GPS (Global Positioning System – ein globales Navigationssatellitensystem zur Positionsbestimmung und Zeitmessung) mit Markierpunkten führt sicher zum Ziel und wieder zurück. Die meisten Mobiltelefone sind bereits mit diesem Hilfsmittel ausgerüstet. Das I-Phone besitzt sogar einen Kompass, der in die Routenplanung integriert werden kann.

Was muss beim Schneeschuhwandern mit Hund besonders beachtet werden?

Prinzipiell gelten die gleichen Regeln wie beim Wandern im Sommer auch: Andere Menschen und Tiere dürfen nicht belästigt werden. Im Winter ist zusätzlich zu bedenken, dass die Wildtiere oft weniger Nahrung finden und dadurch eher geschwächter sind als im Sommer, weshalb jeder Stress zu vermeiden ist – der Hund darf also nicht „wildern“. Wenn er gerne jagt, empfiehlt es sich, ihn an der Leine zu führen. Wichtig ist auch, dass nicht in Gebieten gewandert wird, in denen viel Jungwuchs (frisch gepflanzte Jungtannen) anzutreffen ist, damit die Baumkronen nicht verletzt werden und der Baum später stirbt. Der Hund sollte beim Aufsteigen immer drei bis vier Meter vor seinem Halter gehen und beim Abstieg aufgeschlossen hinter ihm. Um für alle Fälle gerüstet zu sein, gehört die Notapotheke für Mensch und Hund unverzichtbar ins Gepäck.

So nun wünschen wir Dir viel Freude!

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